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Update: 11.01.2009
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Der Turm auf dem Scheersberg Der Bismarckturm in Quern Am 29.05.1899 wurde zum Zwecke des Baus eines Bismarckturmes ein Komitee unter Vorsitz von Jacob Nissen, Hofbesitzer in Groß-Quern, gegründet. Am 02.06.1899 verkündeten 11 bekannte Persönlichkeiten aus der Umgebung von Quern in einer Pressemeldung "eine Aufforderung zur Errichtung eines Bismarck-Thurmes auf dem schönsten Aussichtspunkte Angels, dem Scheersberge [...]". Nur 15 Tage später wurde eine Versammlung einberufen, in der der Bau des Bismarckturmes endgültig beschlossen wurde. Ein zu diesem Zweck gegründetes Scheersberg-Komitee unter Vorsitz von Jacob Nissen kümmerte sich um Art und Finanzierungsmöglichkeiten des geplanten Bauwerks. Finanziert wurde der Bau durch Spendensammlungen in den Städten Flensburg, Schleswig, Kappeln und Glücksburg. Flensburg stiftete 1.600 Mark, die Sparkassen in Grundhof und Steinberg jeweils 1.000 Mark. Als Bauplatz wählte man den Scheersberg zwischen Groß-Quern und der Bahnstation Nübelfeld. Entworfen wurde der im neugotischen Stil gebaute Turm vom Architekten Alexander Wilhelm Prale aus Flensburg, der auch die Bauleitung übernahm. Die Maurerarbeiten führten Baumeister Nikolas Clausen aus Steinbergkirchen und Peter Schmidt aus Steinberghaff aus. Als Baumaterial für den quadratischen Unterbau und das Erdgeschoss wurden Granit-Findlinge, z.T. aus der unmittelbaren Umgebung des Bauplatzes, verwendet. Sämtliche Granitquader des Untergeschosses tragen die Namen der Stifter (umliegende Gemeinden wie Ausacker, Brebel, Dollerup u.a. sowie Personen und Unternehmen, insgesamt 373 Spendersteine mit 5156 Buchstaben). Die Steine konnten für 20 Mark erworben werden. Für jeden Buchstaben der eingemeißelten Inschrift waren 40 Pfennig zu zahlen. Die Granitsteine wurden teilweise aus Schweden durch die Firmen Schlauch und Rösler in Kiel sowie Rhode in Flensburg bezogen. Für die oberen Stockwerke wurden Ziegelsteine, die von Granitbändern unterbrochen sind, verwendet. Über dem Obergeschoss (mit Spitzbogenfenstern) erhebt sich eine leicht vorkragende Aussichtsplattform mit Zinnenbrüstung und Wasserspeiern. In der Mitte der Plattform steht ein turmartiger Aufsatz (sog. Laterne) mit Zeltdach und Fahnenstange. Am 04. Oktober 1902 wurde dem Turmkomitee eine vom früheren Stadtrat Carl Georg Andresen aus Flensburg geschenkte Fahnstange zur Krönung des Bauwerkes übereignet. Am Einweihungsfest am 05. Juni 1903 nahmen 2.000 Personen teil. In den Abendstunden des gleichen Tages "wurde der Turm illuminiert und mehrfach bengalisch beleuchtet". Eine Treppe führt über 3 Etagen zur Aussichtsplattform in ca. 20 m Höhe. Über dem Eingang (im Westen) ist die Inschrift "Wir Deutsche fürchten Gott,/sonst nichts in der Welt!" und ein 85 cm großes bronzenes Bismarck-Medaillon, gefertigt von der Kunstgießerei von Schäffer und Walker in Berlin, angebracht. Im Süden ist die Inschrift "KREIS SCHLESWIG", im Osten "LANDKREIS FLENSBURG", im Norden "STADTKREIS FLENSBURG" lesbar. Auf halber Höhe der Eingangsseite ist ein Bismarck-Wappen vorhanden. Gegenüber der Eingangshalle ist eine Tafel aus Marmor mit der Inschrift "Zur Erinnerung / an den deutschen / Reichskanzler / Fürst von Bismarck / Eine Feuerschale wurde nicht angebracht, jedoch wurden an den Ecken der vorliegenden Terrasse zwei große eiserne Kandelaber mit Feuerbecken befestigt. Durch den Eingang gelangte man in eine Bismarck-Gedächtnishalle, von der der weitere Aufstieg über 90 Treppenstufen (zwei Steinstufen, danach 63 Holzstufen bis zum 3. OG, anschließend Holz-Wendeltreppe mit 25 Stufen) zur Zinnenaussichtsplattform möglich war. Am 05. Januar 1904 wurde den Wirtsleuten des benachbarten Gasthauses die Aufsicht über den Turm übertragen. Die Gastwirtfamilie sowie deren Sohn übernahmen jahrzehntelang die Verantwortung über das Bauwerk. Diese Tradition wird vom Gastwirt Eckhard Szidat fortgeführt (Stand: 2009). Im Jahr 1927 wurde in der Nähe des Bismarckturmes das sog. Wallroth-Haus gebaut, in dem u.a. eine Jugendherberge untergebracht ist. Beide Gebäude wurden 1992 unter Denkmalschutz gestellt. Von 1921 bis 1933 wurde auf dem Scheersberg das Nordmarkfest (Sport- und Spielfest) ausgerichtet. In der Zeit des Nazi-Regimes diente das Gelände des Bismarckturmes u.a. als Platz für Jungvolk-Aufmärsche und Fackelzüge. Seit 1947 wird auf Initiative des Jugendhofes wieder jährlich ein Sport-und Spielfest ausgerichtet. 1963 wurde der Turm nach 18-monatiger Renovierung wiedereröffnet. Seit 1995 wird jährlich in den Sommermonaten "Kunst im Turm" angeboten (Stand: 2009). Regionale Künstler können hier ihre Arbeiten einem breiten Publikum präsentieren. Im Jahr 2003 wurde das 100-jährige Jubiläum des Turmes gefeiert. Am 23./ 24.08.2003 fand die zentrale Festveranstaltung, organisiert vom Turmausschuss Bismarckturm Scheersberg, statt. Plakat mit Programm als PDF-Datei Zum 100-jährigen Turmjubiläum erschien die Broschüre "Der Bismarck-Turm auf dem Scheersberg" von Bernd Philipsen (s. Abbildung links). Sie ist für 2 € zuzüglich Porto bestellbar über die Internationale Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg, 24972 Quern. Öffnungszeiten: Links Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg Dank an den Journalisten Bernd Philipsen aus Flensburg, aus dessen Broschüre ich zahlreiche ergänzende Informationen erhalten habe. |
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