Update: 07.05.2007
Bismarckturm Coswig/Anhalt in Wörpen
Der Bismarckturm in Coswig/Anhalt

Landgerichtsrat Dr. Moritz Beyer aus Coswig regte den Bau dieses Bismarckturmes auf dem Hubertusberg (142 m über NN) bei einem Festessen zum Geburtstag des Kaisers am 27.01.1898 an. Die Anregung wurde angenommen und ein Komitee unter Vorsitz des Sanitätsrates Dr. Taelp gewählt. In der ersten Versammlung wurden 100 Mark an Spendenmitteln gesammelt.

Man beauftragte den Leipziger Ratsarchitekten Max Bischof zwecks Fertigung eines Entwurfes. Dieser arbeitete einen Entwurf aus und stellte ihn kostenlos zur Verfügung. Die Bauleitung übernahm Max Bischof selbst. Ausgeführt wurden die Arbeiten von Maurermeister Hermann Franz aus Coswig. Die Steinmetzarbeiten übernahmen die Bildhauer Kulbe und Storch aus Coswig.

Als Standort wählte man die höchste Erhebung des Hubertusberges. Durch die Eingangstür gelangte man zur Treppe, die zur Aussichtsplattform in 11 m Höhe führte. Auf der Plattform stützen vier ca. 3 m hohe Säulen einen steinernen Aufsatz mit gusseiserner Feuerschale (2,5 m Durchmesser, Gewicht 1.400 kg, Kosten 500 Mark). Unterhalb der Plattform war die Inschrift

"DEM REICHSKANZLER OTTO VON BISMARCK IN DANKBARKEIT GEWIDMET MCMII"

eingemeißelt (Schrift vergoldet).

Als Baumaterial für den Aussichtsturm mit Feuerschale wählte man Sandstein aus Postelwitz (mit Hartziegelstein als Hintermauerung) aus. Die aufwändig gestaltete Eingangstür aus Eichenholz war mit Nägeln beschlagen und wurde von einer Kaiserkrone und Kleeblättern des Bismarck-Wappens geschmückt.

Über eine eiserne Wendeltreppe mit 50 Stufen ist die Aussichtsplattform, die mit roten Mettlacher Platten ausgelegt worden ist, in 11 m Höhe erreichbar.

Bereits vor 1907 wurde der Turm mit bengalischem Rotfeuer befeuert.

Am 27.01.1903 wurde ein Bismarck-Verein unter Vorsitz des Zündholzfabrikanten Bischof gegründet, der den Turm und die gärtnerischen Anlagen pflegen sollte. Der Verein, der zeitweise über 100 Mitglieder hatte, kümmerte sich ca. bis in die 30-er Jahre um den Turm. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges wurde auf dem Turmkopf am Vorabend von Bismarcks Geburtstag (31.03.) ein Gedenkfeuer entzündet. Neben den Gedenkfeiern wurden in den 20-er Jahren auch Sonnenwendfeiern, Sängerfeste und ab 1927 Missionsfeste der evangelischen Kirche abgehalten.

Ab 1950 war der Turm wegen Baufälligkeit für Besucher gesperrt. Zur Zeit der DDR hieß das Bauwerk aus ideologischen Gründen "Hubertusturm". Vermutlich wurden in dieser Zeit alle Hinweise auf Bismarck entfernt.

Im Jahr 1988 wurde eine neue Wendeltreppe eingebaut.

Am Rande der Brüstung der Aussichtsplattform steht eine ca. 1 m hohe Stele, die früher ein Bismarck-Medaillon getragen haben soll (nicht gesichert). Über eine eiserne Wendeltreppe mit 50 Stufen ist die Aussichtsplattform erreichbar. Der Turm ist zu bestimmten Zeiten über die angrenzende Gastwirtschaft "Hubertusberg" zugänglich.

Zum 100. Jahrestag der Einweihung des Bismarckturmes veranstaltete die Gemeinde Wörpen, die den Turm im Jahr 2002 übernommen hat, im August 2002 ein volkstümliches Fest am Bismarckturm. Der Bismarckturm wurde der Gemeinde Wörpen zu dem symbolischen Preis von 51 Cent überlassen.

Der Heimatverein Coswig organisiert seit dem Jubiläum jährlich ein Turmfest (Stand: 2006).

Faltblatt/Flyer zur Turmgeschichte bei der Stadtinformation Coswig/Anhalt, Tel.: 034903/67167 oder über info@bismarcktuerme.de .

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Öffnungszeiten:
ganztägig geöffnet

Link:
Geschichte und Bismarckturmfeste bis 2006

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Wegbeschreibung: (von Hans-Dieter Hirschmann, Haßloch)

Über die A 9 (Nürnberg-Berlin): Abfahrt Coswig (Nr. 8) nehmen und in Richtung Coswig fahren. Man erreicht Coswig nach etwa 3 km und durchfährt die Stadtmitte, bis sich die Schlossstraße gabelt. Nun links abbiegen auf die B 107, die nach 400 m Puschkinstraße heißt. Dann kommt man an eine Ampel, an der man scharf nach rechts abbiegt. Nach 250 m passiert man einen Bahnübergang, die Hauptstraße biegt nach links ab. Hier die Hauptstraße verlassen und geradeaus fahren. 500 m weiter teilt sich diese Straße. Geradeaus geht es nach Wörpen - da nicht hin, sondern rechts abbiegen und dem Wegweiser nach Möllensdorf folgen.
Es sind etwas mehr als 4 km durch den Wald zu fahren, bis man auf der linken Seite den Turm sieht (zumindest im Winter). Die Gaststätte Hubertusberg ist ausgeschildert. Ein Parkplatz ist vorhanden. Bis zum Turm sind es nur wenige Meter.

AK Bismarckturm Coswig
AK Bismarckturm Coswig 1967
Bismarckturm Coswig Zeichnung mit Befeuerung