Update: 03.02.2007
Höchster Bismarckturm in Rheinland-Pfalz
Der Bismarckturm in Bad Dürkheim

Der Weinhändler H. Baust aus Dürkheim regte bereits im Jahre 1897, zu Leben des Fürsten Bismarck, den Bau dieses Bismarckturmes an. Kurz nach dem Ableben des Fürsten bildete sich ein Ausschuss von 11 Männern unter Vorsitz des Weingutsbesitzers Karl Schaefer. Als Standort wählte man den Peterskopf (497 m ü. NN) nordwestlich von Bad Dürkheim aus.

Bei der Entwurfs-Ausschreibung (70 Bewerber mit Entwurfsplänen) gewann der Architekt Friedrich Kunst aus Karlsruhe den 1. Preis. Unter seiner Leitung wurde der Turm gebaut. Die Bauarbeiten dauerten vom Frühjahr 1901 bis Mitte 1903.

Die Maurerarbeiten erfolgten durch die Maurermeister Joseph und Johann Berger sowie Johann und Ludwig Diehl aus Hardenburg. Eine Grundsteinlegung fand nicht statt.

Der aus Buntsandstein gefertigte Turm (Grundfläche 16,7 m x 14 m) gliedert sich in drei Teile:

  1. Der Unterbau ist von der Westseite aus über eine vorgelegte 15-stufige Treppe zu besteigen, von deren Ende rechts und links Treppen zur ersten Aussichtsplattform führen.
  2. Über weitere 20 Treppenstufen gelangt man zur einer höher gelegenen zweiten Aussichtsplattform.
  3. Von dort aus ist die dritte, 4 m² große Aussichtsplattform auf der Turmspitze des sich nach oben verjüngenden Turmes über eine Innentreppe erreichbar.

Die Kuppeldecke dieser Aussichtsplattform in 30 m Höhe trägt die Inschrift: "O lieber Gott, laß Deine Güte walten, dass dieser Bau uns bleib erhalten in alle Ewigkeit". An der Westseite des Turmes wurde ein Bismarck-Medaillon aus Bronze mit einem Durchmesser von 1,2 m angebracht (Hersteller: Galvanoplastische Kunstanstalt Geislingen, Kosten: 650 Mark).

Nach Osten hin öffnet sich der Turm mit einem großen Triumphbogen mit Wappensteinen von Dürkheim, Kallstadt und der Inschrift "DEM GROSSEN DEUTSCHEN". In der Halle selbst wurden im Jahr 1908 Reliefbilder von Helmuth Graf von Moltke (u.a. preußischer Generalstabschef) und Albrecht Graf von Roon (preußischer Kriegsminister 1859 - 1873) angebracht, welche von Bildhauer Brunner aus Hardenburg angefertigt wurden.

Das Baumaterial Buntsandstein wurde direkt in der Nähe des Bauplatzes gebrochen. Das Wasser zum Turmbau lieferte der nahegelegene Geiersbrunnen.

Auf die Anbringung einer Feuerpfanne auf dem Turmkopf wurde verzichtet. Der Turm wurde und wird als Aussichtsturm benutzt. Eigentümer des Turmes ist der Drachenfels-Club - Verschönerungsverein für Bad Dürkheim und Umgebung e.V. [www.drachenfelsclub.de]

Weitere markante Daten:

  • 27. Mai 1925 Einsturz einer Betondecke des Rundganges (ein Todesopfer)
  • 1928 Erneuerung der Reliefs (von Franzosen zerstört)
  • Zwei Bombentreffer im 2. Weltkrieg (Sanierung 1949 durch Drachenfels-Club)
  • 1955 Sanierung des Bismarckmedaillons (1945 von alliierten Truppen zerschossen)
  • 1973/1974 Umbau und Sanierung für 20.000 Mark, Bau einer Unterkunft für den Turmwärter
  • 20. Februar 1986: Turm wird als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz gestellt
  • sukzessive Sanierung des Turmes 1992 - 1998 (Kosten: 1 Million DM)

Am 06. Juli 2003 wurde eine Feier zum 100. Jahrestag des Bismarckturmes vom Drachenfelsclub veranstaltet.

Öffnungszeiten:
April bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen von 10:00 bis 18:00 Uhr

Wegbeschreibung (von Hans-Dieter Hirschmann, Haßloch):
Wenn man sich von der A 61 (Koblenz/Speyer) über die A 650 auf Bad Dürckheim zu bewegt, erblickt man 3 "Türme" vor sich im Pfälzer Wald. Ein Fernsehturm rechts, unser Bismarckturm in der Mitte und ein Richtfunktmast prägen die Ansicht. Die A 650 wird zur B 37 und führt zur Stadt; in Bad Dürkheim (in der Nähe vom Riesenfass) befindet sich ein Kreisverkehr mit Wegweiser nach Leistadt, dem man folgt. Dann erreicht man einen Kreisverkehr am Ortseingang, wo der Bismarckturm schon ausgeschildert ist. Nach 3,6 km erreicht man den Parkplatz von Lindemannsruh. Von hier ist der BT weiterhin ausgeschildert. Zu Fuß sind es etwa 10 Minuten Weg, bis man den Turm erreicht. Die Wirtschaft dort belohnt die Anstrengungen mit gutem Wein und reichlich Essen - und einer tollen Aussicht vom Turm oben.

Koordinaten:
Länge 08 Grad 07 Minuten 49 Sekunden
Breite 49 Grad 28 Minuten 43 Sekunden

Link:
Drachenfelsclub

Quellen:

  • Günter Pyell: "Der Bismarckturm vom Drachenfels-Club", Bad Dürkheim 1991
  • Sieglinde Seele/Günter Kloss: "Bismarck-Türme und Bismarck-Säulen", Michael Imhof Verlag, Petersberg 1997, S. 44/45
  • Max Ehrhardt-Apolda: "Bismarck im Denkmal des In- und Auslandes", 1. Bd., Eisenach/Leipzig 1903, Nr. 17
  • Valentin von Bismarck: "Bismarck-Feuersäulen und Türme", unveröffentlichtes Manuskript 1937

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Dank an Wolfram Regner aus Ingolstadt für Fotos! Dank an Ingo Marquardt aus Berlin für Infos

AK-Motiv Bismarckturm Bad Dürkheim
AK-Motiv Bismarckturm Bad Dürkheim
AK-Motiv Bismarckturm Bad Dürkheim