Update: 28.01.2010

Der Bismarckturm des Verkehrsvereins
Der Bismarckturm in Velbert-Langenberg

Der Verschönerungs-Verein zu Langenberg/Rheinland unter Vorsitz des Seidenfabrikanten Lucas Colsmann aus Langenberg regte den Bau dieses Bismarckturmes als Aussichtsturm mit Feuerschale auf dem Hordt im Jahre 1902 an.

Kurz darauf wurde ein Bismarck-Turm-Baukomitee - bestehend aus Vorstandsmitgliedern des Verkehrs- und Verschönerungsvereins und Bürgern im Verhältnis 1:1 - unter Vorsitz von L. Colsmann gewählt.

Fünf Architekten aus der Umgebung wurden zur Fertigung eines Entwurfes aufgerufen. Aus diesem lokalen Wettbewerb ging der Architekt A. Eugen Fritsche aus Elberfeld als Sieger hervor. Sein Entwurf wurde ohne Änderungen realisiert. Die Bauausführung erfolgte durch das Baugeschäft Wilhelm Niehuß aus Langenberg.

Finanziert wurde der Turmbau durch Spenden. Der Langenberger Fabrikant Ernst Feldhoff stiftete allein 30.000 Mark.

Als Baumaterial wählte man Basalt (Steinbruch auf dem Hordt) und Ziegelmauerwerk für den Kern, der mit hammerfestem Phonolith (Porphyrschiefer aus dem Westerwald) verkleidet wurde. Alle Architekturteile wurden ebenfalls aus Phonolith gefertigt.

Der Turm hat einen quadratischen Grundriss von 8 m x 8 m. Auf der Giebelspitze oberhalb des Einganges wurde unterhalb eines Rednerbalkons (an der Brüstung) ein Bismarck-Wappen angebracht. Oberhalb des Rednerbalkons ist der Schriftzug "BISMARCK" erkennbar. Links- und rechtsseitig vom Eingang sind Wappen mit dem Schriftzügen "1. April 1815" und "30.07.1898" (Geburts- und Todesdatum Bismarcks) angebracht. Die steinernen Wappenschilde sowie die Bronzetür (Rundbogenportal) wurden von Kunstschlosser Groteir aus Elberfeld gefertigt.

Ursprünglich erreichte man das Aussichtsgeschoss und den darüber liegenden Umgang in 18 m Höhe über eine Eisenwendeltreppe.

Auf dem Turmkopf war eine Feuerschale mit einem Durchmesser von 1,90 m angebracht. Eine Probe-Befeuerung des Turmes im Herbst 1905 durch Ingenieuer Fiedler verlief nicht erfolgreich, sodass der Turm zur Einweihungsfeier vom Elberfelder Kunstfeuerwerker Lippold bengalisch beleuchtet wurde.

Die Kosten für die Einweihungsfeier betrugen 1.400 Mark, für die Grundsteinlegungsfeier am 01.04.1905 waren 300 Mark veranschlagt worden.

Stand der Turm zur Einweihung am 01.04.1906 noch alleine auf dem Hordtberg, wurde in den Folgejahren eine Gaststätte angebaut, über die man seit 1978 Zugang zum Turm hat. Zuvor war das Bauwerk außen aufwändig saniert worden.

Der Turmzugang war nach dem Umbau nur noch über die Gaststätte möglich. Nach 27 Steinstufen erreicht man heute das erste, nach weiteren 56 Steinstufen das zweite Obergeschoss. Über eine eiserne Wendeltreppe mit 27 Stufen gelangt man zum runden Aussichtsgeschoss, über weitere 27 Stufen zum Umgang des Bauwerkes. Die ehemalige Feuerschale wurde entfernt und durch ein Flachdach ersetzt.

In den Jahren 1995/96 wurden kleinere Schäden am Turm beseitigt. Die Gaststätte am Bismarckturm wurde im Jahr 2003 renoviert.

Am 01. April 2006 wurde das Bauwerk 100 Jahre alt. Der Verkehrsverein Velbert (VVV) als Eigentümer richtete an diesem Tag mit der Pächter-Familie ein Jubiläumsfest mit anschließendem Feuerwerk aus.

Am 11.07.2009 wurde direkt am Bismarckturm ein ca. 1 km langer Wald-Kletterpark eröffnet.


Folgende Freizeitmöglichkeiten bieten sich dem Besucher:
Minigolf direkt am Turm, Gaststätte, Grillplatz und Naturlehrpfad

Die Öffnungszeiten des Turmes sind an den Betrieb der Gaststätte gekoppelt (Montag Ruhetag, sonst von 11:30 - 23:00 Uhr durchgehend geöffnet).

Eintrittspreise:
Erwachsene 50 Cent, Kinder 30 Cent


Wegbeschreibung:

Langenberg liegt östlich von Velbert und ist aus Richtung Süden (Wuppertal, Wülfrath) über die B 224 erreichbar.

Im Zentrum von Langenberg kreuzen sich die beiden Durchgangsstraßen (Donnerstraße und Hauptstraße).

Ca. 100 m südlich dieser Kreuzung auf der Donnerstraße biegt man bergwärts (Richtung Osten) in die Pannerstraße ab und fährt bergauf. Man gelangt über Serpentinen in die Hordtstraße. An der ersten Möglichkeit (nach 1.300 m, ist ausgeschildert, s. Schild links) fährt man links auf den Parkplatz Hordthaus direkt am Bismarckturm. Man kann sich gut am riesigen Langenberger WDR-Sendemast orientieren, der nur wenige Hundert Meter vom Turm entfernt ist.


Links

Google Maps

Google Earth

Kletterpark am Bismarckturm

Bismarckturm-Galerie aus Anlass des 100. Jahrestages der Einweihung

Karte und Wegbeschreibung des Naturlehrpfades am Hordtberg (PDF)

Entwurf Bismarckturm Velbert