![]() |
![]() |
||||||||
|
Update: 27.08.2010
|
|||||||||
![]() |
|||||||||
|
|
|||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
"Der Riese" im Stadtpark Die Stadt Bochum hatte schon zu Amtszeiten Otto von Bismarcks eine besondere Beziehung zum Reichskanzler. Bereits am 05.06.1885 wurde Otto von Bismarck der Ehrenbürgerbrief der Stadt Bochum verliehen. Am 10.05.1896 wurde ein Bismarck-Standbild in Bronze auf dem Bismarckplatz eingeweiht (wurde im 2. Weltkrieg eingeschmolzen). Bauplanung und Finanzierung Im Juni 1908 regte der ehemalige Stadtrat Otto Hünnebeck aus Bochum den Bau einer Bismarck-Feuersäule an. Kurz darauf wurde ein „geschäftsführender Ausschuss für die Errichtung eines Bismarckturmes in Bochum“ unter Vorsitz des Stadtrates Walter Bosch gebildet. Als Turmstandort entschied man sich für „das ansteigende Gelände jenseits des neuen Teiches“ im 1876 eröffneten Bochumer Stadtpark. Der Turm-Standort wurde noch im Jahr 1908 vom Magistrat und Stadtrat bewilligt. Es wurde bis zum 15.11.1908 deutschlandweit ein eigener Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Die Ausschreibung führte zu 650 Einsendungen von Entwürfen, von denen 121 ausgewählt wurden, die in er Aula der Oberrealschule Bochum ausgestellt wurden. Aus diesen Entwürfen bleiben nach einer kritischen Besichtigung nach 25 Modelle und Zeichnungen übrig. Das Preisgericht, bestehend aus Professor Wilhelm Kreis, Landesbaurat Zimmermann (Münster), den Stadtbauräten Kullrich (Dortmund), Bluth (Bochum) und Walter Bosch (Bochum), prämierte im Dezember 1908 letztendlich drei Entwürfe. Die beiden erstplatzierten Entwürfe, beide vom Architekten Gottlieb Nestler aus Düsseldorf, wurden allerdings nicht zur Ausführung ausgewählt. Man entschied sich letztendlich für den drittplatzierten Entwurf „Der Riese“ des Breslauer Architekten Albert Friebe. Man urteilte: „Die Lösung des Turmes als Aussichtsturm mit Feuerbecken ist vortrefflich durchgeführt und für die ausgelegte Summe ausführbar“. Bei der ausgelegten Summe handelte es sich um 95.000 Mark, die aus Spendensammlungen für den Turm, der vom geschäftsführenden Ausschuss durchgeführt wurde, stammten. Es hatten zahlreiche Bochumer Bürger, Vereine, Firmen und andere Institutionen für den Bau gespendet. Bauarbeiten Die Bauleitung über den als Aussichtsturm mit Feuerschale konzipierten Turm oblag Heinrich Robert aus Bochum; ausführender Baumeister war der Bochumer Konrad Bleckmann. Als Material für den Turm wählte man Ruhrsandstein aus Hohensyburg aus. Die Grundsteinlegung am 28. März 1909 fand unter großer Beteiligung heimischer Vereine und Bürger sowie der „Spitzen der Behörden und Verwaltung“ statt. Nach 19-monatiger Bauzeit konnte das Bauwerk am 16. Oktober 1910 eingeweiht werden. Baubeschreibung Die massige wirkende Säule, die auf einer großen sechseckigen Terrassenanlage erbaut wurde, lässt sich in vier Architekturelemente unterteilen. Das im Vergleich zum Unterbau leicht schmalere zweite Element des Turmes ist durch einen Gürtel aus länglichen Steinen in Höhe der Giebelspitze vom Unterbau abgetrennt. Dieser untere Säulenschaft ist schlicht gehalten und erstreckt sich etwa bis zur Turmmitte. Hier ist ein weiterer schmaler Gürtel angebracht, der sich von den wuchtigen Ruhrsandsteinblöcken abhebt. Das dritte Architekturelement ist der obere Säulenschaft, der im unteren Bereich vor allem durch pfeilerartige Mauerstreifen gekennzeichnet ist, die in gleichen Abständen um die runde Säule laufen. Oberhalb der pfeilerartigen Mauerstreifen folgt, zwischen zwei Gürtel, ein schmales und schlichtes Bauelement, auf denen ein weiteres mit schmalen Wandpfeilern umlagertes Bauelement aufgesetzt ist (Aussichtsplattform). Im Bereich des oberen Säulenschafts sind acht Fenster angebracht, von denen jeweils vier auf einer Ebene liegen. Mittig der Aussichtsplattform ist eine Säulenrotunde (4. Architekturelement) angebracht, auf dem bis 1998 die Feuerschale installiert war. Über 149 Stufen (ehemals 150) gelangt man über drei Etagen bis zur Aussichtsplattform. Beim Betreten des Turmes gelangt man in die Säulenhalle mit buntverglasten Fenstern (u.a. Motiv „Bismarck-Wappen“). Gegenüber dem Eingang in einer Nische thronte eine Bismarckbüste (ursprünglich Gipsbüste nach Modell des Bildhauers Adolf von Donndorf aus Stuttgart, ab 1912 durch eine 1,3 m hohe Bronzebüste von August Gerber aus Köln ersetzt) auf einem 1,58 m hohen Postament. An der äußeren Turmsockelfläche wurde am 01. April 1911 eine bronzene Gedenktafel für den „Vater des Turmgedankens“ Otto Hünnebeck eingelassen. In einer Nische wurde eine Tafel mit der Inschrift „1. April 1909“ angebracht. Geschichte des Turmes Die aufgesetzte Feuerschale wurde in den Jahren 1910 bis 1920 an bestimmten Tagen mit Benzol befeuert. Im 2. Weltkrieg diente der Turm als Beobachtungsstation des Sicherheits- und Hilfsdienstes (SHD). Eine erste Sanierung erfolgte 1948, danach wurde der Turm wieder zur Besichtigung freigegeben. Nach einer weiteren Sanierung im Jahre 1961 war das Bauwerk bis 1988 besteigbar. Durch eindringende Feuchtigkeit war der Turm erneut sanierungsbedürftig geworden und musste für die Besucher geschlossen werden. Die Außensanierung erfolgte bereits 1988, doch der Turm wurde der Öffentlichkeit nicht wieder zugänglich gemacht. Bis 1999 wurden weitere Arbeiten (Neuverfugung, Imprägnierung, Erneuerung der Fenster, Installation eines Zinkdaches u.a.) durchgeführt. Im Jahr 1998 wurde die Feuerschale abgenommen und neben dem Turm ausgestellt. Im Jahr 2001 erfolgte eine kostenintensive Innensanierung des Turmes. Am 29.06.2001 um 18:30 Uhr wurde der sanierte und mit einer weißen Plane "verhüllte" Bismarckturm vom Oberbürgermeister der Stadt Bochum enthüllt. Nach 17-jähriger Sperrung wurde der Turm der Öffentlichkeit mit Hilfe der Bochumer Kortum-Gesellschaft wieder zugänglich gemacht. Am 16.10.2010 wird der Bochumer Bismarckturm 100 Jahre alt. Es ist bisher noch nicht bekannt, ob eine Jubiläumsveranstaltung stattfinden wird. Öffnungszeiten (Stand: 2010): Frühjahr/Sommer: täglich von 10:00 - 19:00 Uhr (Montag Ruhetag) Der Bismarckturm ist vom Winteranfang bis zum Beginn der Osterferien geschlossen! Links Quellen - Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 69-70 Fotograf Jörg Bielefeld, Menden (Juni 2001, April 2003, April und September 2008) Dank an Dr. Hans Hanke aus Bochum von der Bochumer Kortum-Gesellschaft, Dank an Kamil Oldach aus Wiesbaden für ergänzende Infos! |
||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
|||||||||
|
Fotoserie Enthüllung des Bismarckturms nach Sanierung am 29.06.2001
(Fotos: Jörg Bielefeld, Menden) |
|||||||||
![]() |
|||||||||