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Update: 04.06.2010
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1,5 Millionen rote Steine für den Turm Bereits Pfingsten 1900 plante ein Komitee unter Führung von Sanitätsrat Dr. Behla einen Aussichtsturm in Burg zu errichten. Nach längeren Diskussionen entschied man sich für den Schlossberg als Turmstandort. Als Bauplatz hatte man den geschichtsträchtigen Schlossberg ausgewählt. Auf dieser Sandinsel sollten sich bereits 800 v. Chr. die ersten Siedler niedergelassen haben. Der damalige Landrat Freiherr von Wackerbarth regte den Kauf des ca. 5 ha großen Geländes an. Der Kreisausschuss beschloss darauf, das Gelände sukzessiv anzukaufen. Mit dem Entwurf des Aussichtsturmes mit Feuerschale wurde der Berliner Architekt Prof. Bruno Möhring beauftragt. Dieser hatte einige Jahre zuvor die Bismarckwarte in Brandenburg entworfen. Ausgeführt wurde der Entwurf vom Architekten Hermann Hauke der Cottbuser Firma Dümpert & Hauke. Neben den Spenden der Einwohner von Cottbus und Burg / Spreewald beteiligten sich insbesondere auch Gutsbesitzer aus der unmittelbaren Umgebung. Das Grundkapital für den Turmbau wurde aus Spendenmitteln aufgebracht. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs konnte der Bau des Bismarckturmes erst im Frühjahr 1915 begonnen werden. Das Bauwerk konnte aber erst zwei Jahre später fertig gestellt werden, wobei man den Turm auch als Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges einrichtete. Beschreibung des Turmes Auf einem quadratischen Sockel von 13,77 m Kantenlänge und 1 m Höhe erhebt sich das quadratische erste Turmgeschoss (9,35 m x 9,35 m), das im unteren Bereich von der Gedenkhalle mit 28 Pfeilern umgeben ist. Im Mittelpunkt der Gedenkhalle befindet sich ein achtteiliger überkuppelter Mittelraum. Die Gedenkhalle wurde mit grünfarbigen Majolikaplatten (von Ernst Teichert aus Meißen) verkleidet. Im hinteren Teil des Turmes gelangt man über zwei Wendeltreppen (Auf- und Abgang) mit jeweils 26 Stufen zum Umgang des Turmes (Plattform 1). Über weitere 70 Stufen erreicht man die zweite Besucherplattform. Von hier aus gelangt man über 26 Stufen einer Metallwendeltreppe zum zurückgesetzten, achteckigen Unterbau auf dem Turmkopf (ehemals Feuerschale, wurde vermutlich vor 1960 entfernt). Das Bauwerk wurde aus ca. 1,5 Millionen roten Calauer Klinkersteinen aus der Calauer Ottilienhütte errichtet. In einer halbkreisförmigen Nische gegenüber dem Haupteingang (Nordseite) wurde eine Bismarck-Büste in Eisen von Bildhauer Hermann Hosaeus aus Berlin mit der Widmung im Granitsockel "IHM/DER AUS VOLKES NACHT/UND NOT/GEGRÜNDET/REICH und KAISERMACHT/und/IHNEN/DEREN HELDENTOD/ angebracht. In den Seitennischen wurden eiserne Stiftertafeln von den Bildhauern Roch und Feuerhahn befestigt. Geschichte des Turmes Nach 1945 wurde die Bismarckbüste entfernt, die Inschrift im Granitsockel wurde unleserlich gemacht (ursprüngliche Widmung wurde auf neuer Tafel angebracht). Der Verbleib der beiden Stiftertafeln ist nicht bekannt. Nach 1933 wurde der Turm von den Nationalsozialisten für inszenierte Sonnenwendfeiern missbraucht. Im Zweiten Weltkrieg wurde 1944 ein Beobachtungspunkt auf dem Turm eingerichtet. Zudem wurde er als Funkleitstelle der deutschen Wehrmacht genutzt. Eine 1945 geplante Sprengung (Sprengsätze waren schon angebracht) konnte verhindert werden. Zwischen 1950 und 1990 war der Turm aus militärstrategischen Gründen geschlossen. Vor 1960 wurde die Brüstung der ersten Plattform durch ein umlaufendes Geländer ersetzt. Im Jahr 1950 wurde er im Rahmen eines Deutschlandtreffens der Jugend in Berlin in "Turm der Jugend" umbenannt. Am Bauwerk fanden danach nur noch wenige Veranstaltungen statt. Am 03. Oktober 1990 wurde der Turm nach erfolgter Sanierung im Rahmen eines Volksfestes in Bismarckturm zurückbenannt und wieder für den Besucherverkehr eröffnet. Die Brüstung der unteren Plattform wurde wieder (ohne Bismarck-Wappen) erneuert. Anfang 2008 wurde der Turm für 65.000 EUR saniert (Putz in der Halle und den Treppenaufgängen ausgebessert, Installation einer Notbeleuchtung, acht Türen erneuert, Einrichtung eines Sanitär- und Aufenthaltsraumes). Seit 2006 findet am Bismarckturm die Spreewälder Sagennacht mit abschließendem Feuerwerk statt. Nächster Termin: 2011 Öffnungszeiten (Stand: 2009): Eintrittspreise: Wegbeschreibung: Links : www.burg-spreewald-tourismus.com Dank an Siegfried Malk aus Burg für ergänzende Informationen! |
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