Update: 30.12.2008

Roter Sandstein aus dem Neckartal
Die Bismarcksäule in Heidelberg

Die Heidelberger Studentenschaft regte den Bau der Bismarcksäule wie viele Studentenschaften in anderen Orten (z.B. in Freiburg/Breisgau) an. Auch in Heidelberg wurde ein Bismarckturm-Komitee gegründet, welches den damals amtierenden Bürgermeister Professor Dr. Walz als Vorsitzenden wählte.

Das Bismarckturm-Komitee entschied sich für den preisgekrönten Entwurf "Götterdämmerung" des Architekten Wilhelm Kreis. Die insgesamt knapp 20.000 Mark Baukosten wurden von der Studentenschaft und von freiwilligen Spendern aufgebracht.

Die 15 m hohe Säule wurde aus rotem Sandstein gebaut, der teilweise in der Nähe der Baustelle gebrochen und teilweise aus Neckartaler Steinbrüchen beschafft wurde.

Zur Stadtseite hin ist ein Reichsadlerrelief mit der Schlange der Zwietracht, gefertigt von Bildhauer August Sommer, angebracht. Die Feuerschale, die auf einem Eisengestell befestigt ist, wurde zunächst mit Petroleum, Teer und Pechkränzen befeuert.

Auf dem Turmkopf wurde eine runde, gusseiserne Feuerschale (Durchmesser 2,5 m, Kosten 500 Mark) angebracht. Für die Befeuerung wurde ein spezielles Gemisch aus 100 kg Talg, 150 kg Garn und Werg (Flachs- und Hanfabfall), 12 kg Pechkränze sowie Pechfackeln verwendet, die mit 80 Liter Erdöl übergossen und entzündet wurden. Dabei wurde eine Flammenhöhe von 4-5 m bei einer Brenndauer von 1-1,5 Stunden erreicht.


Geschichte und Geschichten der Säule

In den 1970er Jahren legten die Revolutionären Zellen (RZ) nahe der Bismarcksäule ein "Kriegsdepot" an. Die Polizei fand Ende der 1970er Jahre bei einer groß angelegten Suchaktion dieses Depot der RZ mit Sprengstoff, Handgranaten, Zündern und mehreren Tausend Schuss Munition (Quelle: Spiegel online vom 06.11.2008).

Die Bismarcksäule, die als Aussichtsturm mit Feuerschale konzipiert wurde, wurde 1985 saniert (ein Schild über dem Eingang weist auf die Sanierung hin).

Die Säule ist als Aussichtsturm (Stand: Mai 2007) ganztägig zugänglich. Die Feuerschale ist noch erhalten. Vom Turm hat man eine - durch Bäume nur leicht eingeschränkte - gute Aussicht auf die Stadt Heidelberg.

Am 19. Januar 2003 wurde die Bismarcksäule 100 Jahre alt. Im Juni 2003 wurde das Jubiäum der Säule durch ein Volksfest am Bismarckturm gewürdigt. In der Feuerschale wurde nach Angaben des Veranstalters ein Gedächtnisfeuer entzündet, welches an die neue Deutsche Einheit erinnern soll, aber in dem Bewusstsein, dass die deutsche Einigung 1871 ein Vorläufer für die europäische Einigung war.


Wegbeschreibung

A 9 bis Kreuz Heidelberg (Nr. 37), dort weiter auf B 37 in Richtung Heidelberg bis zur B 3. Auf dieser über die Theodor-Heuss-Brücke in den Stadtteil Neuenheim auf dem rechten Neckar-Ufer. 2. Straße rechts abbiegen (Ladenburger Str.). Diese geradeaus bis zum Ende durchfahren. Hier beginnt der Philosophenweg. Dem folgt man bis zum Philosophengärtchen und biegt dort links in den Bismarcksäulenweg ab.

Nach wenigen hundert Metern geht es links über eine kleine Brücke und man steht vor der Bismarcksäule.


Links

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Dank an Ernst Gund aus Heidelberg für Informationen, Hans-Dieter Hirschmann für Fotos, Volker Lisiewicz und Gregor Fellenberg für die Wegbeschreibung!
AK Bismarckturm Heidelberg beflammt
AK Bismarckturm Heidelberg 1949
AK Bismarckturm Heidelberg 1906