Bau mit Finanzierungsschwierigkeiten
Der Bismarckturm in Königsberg
Die Anregung zum Bau dieses Bismarckturmes erfolgte durch die Ortsgruppe Königsberg des Alldeutschen Verbandes. Am 31.12.1898 erschien der erste Aufruf zur Errichtung eines Bismarckturmes in der Ostpreußischen Zeitung.
Das gebildete Komitee unter Vorsitz des Regierungsrates Ouvrier (1899-1905, ab 1905 Postbaurat Prinzhausen) wählte als Standort den bewaldeten Galtgarben, den höchsten Punkt des Alkgebirges. Zuvor standen auf auf diesem Höhenzug ein hölzerner Turm sowie ein Vermessungsgerüst. Regierungsrat Ouvrier war gleichzeitig auch Vorsitzender der Ortsgruppe Königsberg des Alldeutschen Verbandes.
Bei einem am 01. Mai 1902 initiierten Wettbewerb unter dem ostpreußischen Architekten- und Ingenieur-Verein wurde der Entwurf des Architekten, Dombaumeisters und Provinzialkonservators Richard Dethlefsen aus Königsberg zur Ausführung bestimmt. Als ausführender Maurermeister war P. Brostowski aus Königsberg tätig.
Nach dem ersten Spatenstich am 20.08.1902 gerieten die Bauarbeiten ins Stocken, da zu Baubeginn erst 11.000 Mark an finanziellen Mitteln durch Spenden zusammengetragen worden waren. Erst nach nochmaligen Spendenaufrufen konnte der Turmbau im Jahr 1906 fortgeführt und beendet werden.
Als Baumaterial verwendete man Granitblöcke des Samlandes, die teilweise in der Nähe des Bauplatzes gebrochen wurden. Teilweise handelte es sich um gespendete Steine. Der Kern des Turmes wurde im Ziegelrohbau ausgeführt.
Der Aussichtsturm mit quadratischem Grundriss besaß vier quadratische Feuerpfannen, die an den Eckpfeilern der zinnenbekrönten Aussichtsplattform aufgesetzt waren.
Über 7 Stufen einer Vortreppe gelangte man zum Turmeingang. Die Aussichtsplattform war über eine eiserne Innentreppe erreichbar. Über dem Eingang wurde ein großes Bismarck-Wappen, hergestellt von Maurermeister P. Brostowski, angebracht.
Das im Granit eingelassene Wappen über dem Turmeingang hob sich in der Farbe durch besonders behauene dunkle Findlingsblöcke von der Turmfarbe ab.
Vor dem 1. Weltkrieg wurde vor dem Turmeingang auf der Südseite ein offener Festplatz angelegt. Der Turm wurde im Januar 1945 gesprengt.
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