Update: 14.012.2006
Bismarckturm an Dreikaiserreichsecke
Die Bismarcksäule in Myslowitz

Der Landkreis Kattowitz regte bereits 1902 den Bau einer Bismarck-Säule auf der Drei-Kaiserreichs-Ecke (Deutschland, Österreich-Ungarn und Rußland) in Myslowitz an. Man wählte den von der deutschen Studentenschaft mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurf "Götterdämmerung" des Architekten Wilhelm Kreis zur Ausführung aus.

Als Standort wählte man eine 35 m hohe Anhöhe an der Dreikaiserreichsecke bei Stupna am rechten Ufer des Przemsza-Flusses aus.

Der Entwurf wurde vom Architekten Zillmann aus Charlottenburg (heute Berlin) leicht abgeändert. Ausführende Baumeister waren Louis Dame aus Kattowitz und A. Krafczeck aus Myslowitz. Die bildhauerischen Arbeiten wurden von Gustav Lind aus Berlin ausgeführt.
Als Baumaterial wählte man Striegauer Granit (mit Mauersteinhintermauerung).

Über eine Außentreppe war der Eingang oberhalb des dreistufigen Unterbaus erreichbar. Von hier aus gelangte man in die Eingangshalle des Turmes, die mit einem 75 cm hohen Bismarck-Medaillon aus Bronze geschmückt war. An der Nordostseite des Turmes war ein Reichsadlerrelief, gefertigt von Gustav Lind aus Berlin, angebracht.

Über eine Innentreppe war die Aussichtsplattform erreichbar. Auf der Plattform waren 12 Feuerkessel angebracht.

Nach dem 3. Schlesienaufstand und einer Volksbefragung befand sich der Turm ab 1922 auf polnischem Gebiet. Der Bismarckturm wurde in Freiheitsturm umbenannt. Am Turm wurde ein Relief von Kosciuszko angebracht und eine Büste von Marschall Josef Pilsudski aufgestellt.

Die Abtragungsarbeiten des Turmes auf Initiative des Woiwoden Michal Grazynski begannen am 21. August 1933 und dauerten mindestens bis 1938 an. Die Steine wurden für den Bau einer Kathedrale in Kattowitz verwendet.

Kurz nach dem 2. Weltkrieg waren noch mehrere Steine des Bauwerks zu finden. Im Jahr 2006 ist die Form des Grundrisses noch zu erkennen, ein einzelner großer Stein erinnert an das ehemalige Bauwerk.

Polnische Version dieser Seite (Dank an Marek Moson aus Wroclaw/PL für Übersetzung)

______________________________________________________
Dank an Piotr Hnatyszyn aus Zabrze/Polen für ergänzende Informationen! Dank an Maciej Tylec aus Myslowitz für Foto der Trümmer (2. von unten l.) nach 1945.

Foto Bismarckturm Myslowitz in den 30-er Jahren
AK-Motiv Bismarckturm Myslowitz