Update: 07.04.2013

Bismarckturm vom Gartenbau-Verein
Der Bismarckturm in Grünberg

Bauplanung

Der Stadtbaurat Albert Severin regte den Bau dieses Bismarckturmes in Grünberg an. Der Gewerbe- und Gartenbau-Verein Grünberg (GGG) unter Vorsitz von Professor Paul Burmeister unterstützte dieses Vorhaben.

Als Turmstandort wurde der Meiseberg (heute: Górka Wilkanowska), der höchste Berg im nördlichen Niederschlesien (221 m über NN), ausgewählt. Der GGG kaufte das Areal zwecks Errichtung des Turmes an.

Entworfen wurde der Turm von Stadtbaurat Albert Severin aus Grünberg.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 01.04.1902.

Die Gesamtkosten betrugen 6.000 Mark. Zusätzlich war vom GGG ein Turm-Unterhaltungsfonds in unbekannter Höhe angelegt worden.


Bauarbeiten

Die Bauarbeiten wurden im Sommer 1902 durchgeführt.

Die Bauarbeiten wurden ausgeführt von Maurermeister Carl Mühle aus Grünberg.

Aus Baumaterial wurden Ziegelsteine verwendet.


Turmbeschreibung (zur Zeit der Einweihung)

Der 20 m hohe Aussichtsturm mit Befeuerungsvorrichtung wurde als schlanker und runder Turm mit Zinnenbekrönung errichtet.

Ein quadratischer Vorbau mit Treppengiebel dient als Wetterschutz. Oberhalb des Vorbaus am Turm wurde ein Bismarck-Medaillon, hergestellt in der Kunststeinfabrik A. Ribbeck, darüber ein kleines Bismarck-Wappen in einer kleinen, giebelförmigen Vorrichtung angebracht.

Im Bereich des Turmkopfs (Aussichtsplattform) kragt der Turm leicht aus. Die kupferne Feuerschale auf der Turmspitze hat einen Durchmesser von 0,60 m.

Über eine Innentreppe ist die Zinnenaussichtsplattform erreichbar. Im Treppengiebel des Vorbaus, direkt über der Eingangstür, wurde die Inschrift

"Erbaut 1902/
Gewerbe- und Gartenbau-/
Verein zu Grünberg
"

angebracht.


Turmgeschichte

Die Einweihung des Bismarckturms erfolgte am 23.08.1902.

Bereits vor 1907 wurde der Turm mit bengalischem "Rotfeuer" erhellt, da man schlechte Erfahrungen mit der Befeuerung gemacht hatte.

Der Turm war im April 1992 ohne Hinweise auf Bismarck vorhanden. Das Bismarck-Reliefbild und das Wappen waren herausgeschlagen. Das Bauwerk wurde als Radio- und Telekommunikationsstation Wilkanowo (Wittgenau) genutzt. Auf dem Turmkopf wurde ein flaches Dach mit Antennen und Satellitenschüssel aufgesetzt, sodass der verglaste Aussichtsbereich mit zwölf Fenstern, die zwischen den Zinnen installiert wurden, überdacht war.  Die Feuerschale war nicht mehr vorhanden.

Der Turm wurde im Juli 2003 als Feuerwachtturm und Aussichtsturm genutzt. Der Turm war bei gutem Wetter täglich gegen Eintrittsgebühren geöffnet.


Links (ehemaliger Standort)

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Bildergalerie


Quellen

- Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 179
- Seele, Sieglinde; Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM von GRÜNBERG / Schlesien
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 67 "Bismarck-Turm zu Grünberg i. Schlesien", 1900 - 1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes: 5. Jahrgang 1907 (Beilage: „Die Bismarck-Feuersäule“), 7. Jahrgang 1909 (Nr. 11/12, S. 184-187)
- Ehrhardt, Max: Bismarck im Denkmal des In- und Auslandes, Thüringische Verlags-Anstalt Eisenach-Leipzig, 1903, Nr. 42 "Der Bismarck-Turm zu Grün[e]berg i. Schl.“


Bildmaterial

- Jörg Bielefeld, Remscheid (historische Bilder, Fotos August 2003)
- Joachim Schulz (Fotos Mai 2005)
- Jacek Ronowicz, Zielona Gora (Fotos Januar 2006)


Polnische Version dieser Seite (Dank an Marek Moson aus Wroclaw/PL für Übersetzung)