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Update: 10.03.2011
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Wegen Burg-Ausgrabungen abgerissen Der Bismarckturm in Vlotho wurde 36 Jahre nach der Einweihung wegen Ausgrabungsarbeiten abgerissen. Bauplanung und Finanzierung Die Anregung zum Bau dieses Bismarckturmes erfolgte durch Kaufmann L. Wehrmann jr. im Spätsommer 1898. Es wurde ein Bismarckturm-Komitee gebildet, um Geldmittel für das geplante Turmprojekt zu sammeln. Als Standort wählte man den Amtshausberg (120 m über NN) aus, direkt an der alten Burgruine, der ehemaligen Burg Vlotho. Das Bauwerk wurde zur Hälfte von Spenden (Vlothoer und Oeynhausener Bismarckfreunde) finanziert. Bereits im Herbst 1899 hatten zahlreiche Bismarckverehrer aus Vlotho eine namhafte Summe für den Turm gespendet. Für die Restkosten kam die Stadt Vlotho auf. Am 20.12.1902 konnte der Grundstein für den Bismarckturm gelegt werden. Bauarbeiten Dieser Turm wurde von Baugewerksmeister Wilhelm Krieger aus Vlotho entworfen, der auch die Bauausführung übernahm. Als Baumaterial für das 18 m hohe Bauwerk wurden Weserbruchsteine aus benachbarten Steinbrüchen sowie Ziegelsteine verwendet. Anfang März 1903 wurden die Fundamentarbeiten beendet. Nach einer vierwöchigen Unterbrechung wegen Erkrankung des Baugewerksmeisters Krieger konnte mit dem eigentlichen Turmbau begonnen werden. Bereits am 10.09.1903 konnte die feierliche Einweihung durchgeführt werden, an der alle patriotischen Vereine der Stadt und des Amtes Vlotho teilnahmen. Baubeschreibung Der 18 m hohe Aussichtsturm ohne Befeuerungsmöglichkeit hatte einen quadratischen Grundriss. Das auf einem Erdhügel errichtete Bauwerk erhob sich auf einer mit Tuffstein eingefassten Terrasse und gliederte sich in drei jeweils etwa 6 m hohe Elemente. Erdgeschoss Die Eingangsebene war ebenerdig zu erreichen. Über ein gut 3 m hohes Rundbogenportal gelangte man in das Innere des Turmes. Das ca. 6 m hohe Erdgeschoss verjüngte sich leicht nach oben hin und war mittels einer einfachen Stufung optisch vom Mittelgeschoss getrennt. Mittelgeschoss Das 6 m hohe Mittelgeschoss verbreiterte sich nach oben hin leicht. Als Schmuckelement wurde auf der Eingangsseite mittig ein 1,1 m hohes bronzenes Bismarck-Relief (gefertigt von Bildhauer Arnold Künne aus Berlin und gegossen von W. Nürnberg aus Berlin) mit der Inschrift "BISMARCK" auf einer Sandsteinplatte angebracht. Über dem Bismarckwappen, aber außerhalb der Sandsteinplatte, wurde eine Krone am Mauerwerk befestigt. Das Mittelgeschoss schloss mittels einer einfachen Stufung nach oben hin ab. Aussichtsgeschoss Das Aussichtsgeschoss verbreiterte sich ebenfalls leicht nach oben hin. Der Turmschaft kragte in etwa 16,5 m Höhe oberhalb eines Rundbogenfrieses aus (Zinnenbrüstung). Mittig auf der Frontseite war ein schmaler Fensterschlitz im Turmschaft eingelassen. Über eine Innentreppe war die Zinnenaussichtsplattform erreichbar. Turmgeschichte Im Jahr 1936 übernahm der Kreis Herford den Amtshausberg, bereits im Juli 1936, noch vor der offiziellen Übernahmen, begannen Ausgrabungsarbeiten an der im Jahr 1709 zerstörten Burg Vlotho. Der Turm wurde wegen dieser Ausgrabungen 1939 abgerissen. Das Bismarck-Bronzerelief ist heute immer noch erhalten und im Besitz des Heimatvereins Vlotho. Links (ehemaliger Standort) Quellen - Seele, Sieglinde: Lexikon der Bismarck-Denkmäler, Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 395 |
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