Update: 08.03.2011

Bismarckturm auf Windmühlenruine
Der Bismarckturm in Tecklenburg

Ursprünglich handelte es sich bei diesem Bismarckturm um eine 1851 erbaute Windmühle, die bis 1906 durch mehrfachen Blitzeinschlag ausbrannte.


Bauplanung

Die Idee zum Bau eines Bismarckturmes in Tecklenburg entstand bereits am 26. Februar 1902 bei der Einweihung des Hotels Burggraf in Tecklenburg durch Schuldirektor Adolf Bausenbach und Justizrat Fisch. Zwecks Verwirklichung dieser Idee wurde der Verein Bismarck e.V. unter Vorsitz von Adolf Bausenbach (später Amtsgerichtsrat Siedhof) gegründet. Seit 1902 wurden vom Bismarck-Verein Spenden für den Turmbau gesammelt.

Im Jahr 1908 wurde der kegelförmige Mühlenstumpf vom Bismarckverein des Kreises Tecklenburg erworben. Die Grundsteinlegung erfolgte am 30.06.1908.

Die Gesamtkosten für den Turm betrugen 12.000 Mark (Turm: 10.000 Mark, Grunderwerb: 1.300 Mark, dazu Kosten für das Relief, Bauleitung und Blitzableiter), von denen 75% vom Bismarck-Verein angespart worden waren. Die restlichen 4.000 Mark mussten vom Verein "angeliehen" werden.


Bauarbeiten

Entworfen wurde der Turm vom Architekten H. Schierbaum aus Gütersloh, ausführender Maurermeister war Lutterberg aus Tecklenburg.

Als Baumaterial wurden Bruchsteine verwendet.


Baubeschreibung

Die untere Hälfte des 18 m hohen Aussichtsturmes mit Befeuerungsvorrichtung ist kegelförmig errichtet worden. Auf etwa 9 m Höhe geht der kegelförmige Rumpf in einen mit acht angedeuteten Pfeilern und Mauerkrone geschmückten Rundturm mit einem Innendurchmesser von 4,5 m über, der sich oberhalb des Aussichtsbereichs nach oben verjüngt. Auf dem Turmkopf wurde eine runde Feuerschale angebracht.

Das 2,16 m vorgelagerte Eingangsportal mit zwei seitlichen Säulen und Giebeldach ist über zwei 2 m breite Stufen erreichbar.

Im Giebel des Eingangportals wurde ein Bismarck-Relief aus Bronze (gestiftet von der liberalen Studentenschaft Münster, gefertigt von der Gießerei Gladenbeck) angebracht, an der Nordseite ein Sandstein mit Bismarck-Wappen (darunter Sonne mit ausgehenden Sonnenstrahlen, in den Ecken die Inschrift 21/VI/AD/08).

Über eine Innentreppe mit 53 Stufen (Stufenbreite 1,1 m) ist der Aussichtsbereich mit acht jeweils 1,03 m x 1,00 m großen Fensteröffnungen erreichbar. Nach 15 Stufen erreicht man den ersten, nach insgesamt 27 Stufen den zweiten schmalen Innenumgang.

Von dort aus ist die Feuerschale nur über eine eiserne Leiter (im Jahr 2010 noch vorhanden) erreichbar.


Einweihung und Befeuerung

Am 01.08.1909 fand die feierliche Einweihung des Bismarckturmes statt. Ein großer Festzug stellte sich vor der Bismarck-Eiche am Burggraf auf. Am Festzug nahmen u.a. Abgesandte von neun Korporationen von der Hochschule zu Münster sowie Mitglieder der Krieger-, Turn- und Schützenvereine teil.

Bei der erstmaligen Befeuerung wurden 100 Liter Petroleum und 150 kg amerikanisches Harz verbrannt.


Geschichte des Turmes

Im Jahr 1912 wurde neben dem Turm eine "Bismarckhalle" gebaut, die später in das Hotel "Bismarckhöhe" umgebaut wurde. Bis in die 1970er Jahre hinein wurden zur Sommersonnenwende alljährlich Feuer auf dem Turm entzündet. Vom Turm ist ein weiter Blick ins flache Münsterland hinein möglich.

Der Turmschlüssel ist an der Rezeption des Hotels (und Gaststätte) Bismarckhöhe entleihbar.

In den Jahren 2009 und 2010 wurde der Bismarckturm außen saniert.

Für die Sanierung des Bauwerkes stellte die Bezirksregierung Münster im August 2009 insgesamt 50.000 EURO zur Verfügung. Die Kosten wurden auf 124.300 EURO veranschlagt.
Für die Sanierung wurde der gesamte Turmkopf abgetragen und wieder zusammengesetzt. An der Turmspitze wurden neue Kupferplatten befestigt.

Im April 2010 wurde der sanierte Turm wiedereröffnet.


Projekt am Bismarckturm:

Herr Wagner aus Lengerich installiert ein maßstäbliches, großräumiges Sonnensystem im östlichen Teil des Altkreises Tecklenburg. Dabei ist der Bismarckturm in Tecklenburg der zentrale Punkt.

Auf dem Turm soll eine Kuppel oder ein Teil einer Kuppel angebracht werden, die einen Durchmesser von 2,80 Metern hat. Im Maßstab 1: 500 Millionen hat die Sonne einen Durchmesser von 2,80 Meter, wobei der Turm den Mittelpunkt unseres Sonnensystems darstellt (Näheres über dieses einmalige Projekt unter www.sonnensystemtecklenburgerland.de [Stand: Februar 2010]


Links:

Google Maps

Google Earth

Hotel Bismarckhöhe (Am Weingarten 45, 49545 Tecklenburg, Tel.: 05482/233)

360°-Panorama am Bismarckturm

AK Einweihung Bismarckturm Tecklenburg
Foto Eingangsbereich Bismarckturm Tecklenburg 2004
Zeichnung Bismarckturm Tecklenburg