Der Wiesbadener Eiffelturm
Der Bismarckturm in Wiesbaden
Der höchste jemals gebaute Bismarckturm war ein 50 m hohes, hölzernes Provisorium. Auf der Bierstadter Höhe, in der Nähe des Wartturms, wurde im Juni 1910 ein hölzerner Aussichtsturm zur Bestimmung der Lage und Höhe einer geplanten massiven Bismarcksäule aufgestellt (im Volksmund "Wiesbadener Eiffelturm" genannt).
Bereits im Jahre 1898 plante man in Wiesbaden, einen steinernen Bismarckturm mit Fahrstuhl zu errichten. Aus finanziellen Gründen wurde dieser Plan nicht ausgeführt. Im Jahr 1907 wurde dieser Gedanke wieder aufgegriffen. Angeregt wurde dieses Vorhaben durch ein "Komitee zur Errichtung der Bismarcksäule auf der Bierstadter Höhe", welches sich aus Bismarckverehrern zusammensetzte. Im Dezember 1907 erging ein erster Spendenaufruf an 367 Bürger. Es war durch das Komitee bereits festgelegt, dass der Turm wegen der "prachtvollen Rundsicht" auf dem Bierstadter Berg gebaut werden soll. Bis 1910 wurden 27.000 Mark gespendet, die für den Bau eines steinernen Turmes nicht ausreichten. Im selben Jahr errichtete man den hölzernen Bismarckturm und startete einen zweiten Spendenaufruf.
Auf ein Beton-Fundament (Grundriss 9 m x 9 m) wurde ein sich nach oben verjüngender Holzturm errichtet (Grundriss der obersten Aussichtsplattform 2,5 m x 2,5 m). Über eine Treppenanlage konnte man die erste Besucherplattform in ca. 26 m Höhe erreichen. Von hier aus konnten mutige Bürger auf eigene Gefahr über fest angebrachte Leitern die oberste Aussichtsplattform in 50 m Höhe erklimmen.
Das Komitee hoffte, bis zum 100. Geburtstag Bismarcks 175.000 Mark an Spenden für einen steinernen Turm, der Bismarck würdig war, zu sammeln. Bei der Jahreshauptversammlung des Komitees im März 1914 hatte man "nur" 80.000 Mark an Spenden zur Verfügung (u.a. eingenommen durch ein "Monster-Konzert" im Kurhaus Wiesbaden am 02.09.1909, Schauturnen im Paulinenschlösschen am 08.12.1912). Durch weitere Veranstaltungen hoffte man, weitere Geldmittel zu erwirtschaften, um am 01.04.1915 den Grundstein für den Bau des Bismarckturmes zu legen. Der 1. Weltkrieg zerschlug diese Pläne. 1916 wurde der Turm für Besucher gesperrt, um einen Beobachtungsposten für das Militär einzurichten. Der Turm wurde nach nur acht Jahren wegen fehlender Standfestigkeit abgerissen. Die geplante massive Bismarcksäule wurde nie verwirklicht.
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Dank an Kamil Oldach aus Wiesbaden für Informationen! Dank an Bernd-Günter Mai aus Wiesbaden-Bierstadt für Informationen und AK-Motive (oben und links unten)!
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