Update: 10.10.2004

Wie unter der Rubrik "Entwürfe" schon beschrieben, gewann der Architekt Wilhelm Kreis den Wettbewerb der deutschen Studentenschaft im April 1899 mit seinem Entwurf einer Bismarcksäule. Die endgültige Form der Bismarcksäule hat einen dreistufigen Unterbau auf quadratischem Grundriss, einen einfachen gehaltenen Sockel, auf dem sich der Aufbau mit vier kräftigen Säulen (Dreiviertelsäulen) an den Ecken des Turmes erhebt. Diese münden in ein kapitellartiges Gesims, welches einen Aufbau zur Aufnahme einer Feuerschale besitzt.

47 Bismarcktürme wurden nach dem Kreis'schen Entwurf "Götterdämmerung" erbaut. Weitere Türme lehnten sich an den Entwurf an. Trotz der Vorgaben gab es eine Vielfalt an Turmkonstruktion, die vom einfachen Holzturm (Dorsten) über Metalltürme (Bielefeld) bis zu Bismarckwarten (architektonische Unterbauanlage mit Treppen, ummauerten Grundflächen und Turm mit Aussichtsplattform) reichen. Einzelne Türme wie in Köln (Rolandsäule) und Aachen (großes "B") weisen besondere Einzelmerkmale auf.

Professor Wilhelm Kreis
Kleines Lexikon der verwendeten Architekturbegriffe
Architrav waagerecht auf den Säulen aufliegender Balken in der antiken Baukunst
Dreiviertelsäule Säule, die nur zu Dreivierteln aus Pfeilerkern oder Wand heraustritt
Erker geschlossener Ausbau an der Fassade, meist ohne Verbindung zum Erdboden
Freitreppe der Fassade vorgelagerte Treppe ohne Dach
Fries schmaler Streifen, der Flächen begrenzt oder teilt, häufig ornamentiert
Galerie u.a. offener Laufgang an Wehrbauten
Gesims aus der Mauer heraustretender waagerechter Streifen zur Betonung der waagerechten Bauabschnitte
Kapitell Kopf von Säulen am Treffpunkt von Stütze und Last
Postament Sockel eines Stützgliedes oder einer Statue
Zangenfries Ornament am Theoderich-Grabmal in Ravenna